Mühldorf trauert um Altbürgermeister Federer

Josef Federer, langjähriger Bürgermeister von Mühldorf ist tot. Der Altbürgermeister und Ehrenbürger starb im Alter von 93 Jahren im Kreis seiner Familie. Federer war von 1966 bis 1990 Bürgermeister Mühldorfs.

Mühldorf trauert um einen großen Mitbürger, der in seiner 24-jährigen Amtszeit als Bürgermeister die Stadt entscheidend geprägt hat.

Josef Federer war in seiner langen und erfolgreichen Amtszeit als Bürgermeister, Ansprechpartner der Firmen, Freund der Schulen und Kindergärten, Mentor der Vereine und ein solider und akribischer Finanzverwalter, der mit dem Geld der Stadt so umging, wie mit seiner Haushaltskasse: sparsam und immer darauf schauend, dass die Steuergelder mit Sinn und Verstand verwendet wurden.

Diese Punkte waren aber nicht alles. Josef Federer hat mit Wärme, Verständnis und viel Mitmenschlichkeit auf die Sorgen und Nöte seiner Mitbürger reagiert. Er hat zugehört und geholfen wo es ging. Dies alles mit der Dickschädeligkeit und dem hintergründigen Humor des Altbayern; wenn er es brauchte, kam die salzburgerische Geschmeidigkeit dazu. Mit viel Kraft und Einsatz hat er für seine Stadt gearbeitet und alles getan, um sein Mühldorf nach vorne zu bringen.

Mit dem Namen Josef Federer verbinden die Mühldorfer bis heute Seriosität, Kompetenz, Entscheidungskraft, Charakter und die altbayerische Gemütlichkeit. Die halbe Weißbier beim Schreindl gehörte bei ihm zum Abschluss eines gelungenen Tages. Federer kam als Sohn eines Lokführers am 21. April 1921 in Fronberg (Oberpfalz) auf die Welt. Während seiner Ausbildung bei der Landkrankenkasse wurde Federer im November 1939 eingezogen. Er diente im Zweiten Weltkrieg in Frankreich und Russland als Oberleutnant. Im März 1945 geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Anfang Mai 1946 wurde er entlassen und kehrte nach Mühldorf zurück. Bis 1966 war er Amtmann bei der AOK.

Als er 1966 als SPD-Kandidat für das Amt des Mühldorfer Bürgermeisters antrat, war er krasser Außenseiter. Zur Überraschung aller gewann er die Wahl und bis zum Jahr 1990 leitete und lenkte er die Geschicke der Innstadt. Seine Wahlergebnisse spiegelten seine hohe Popularität und Wertschätzung in der Bevölkerung wider. "Mein Herz schlägt immer noch für Mühldorf", fasste er an seinem 90. Geburtstag im Haberkasten die Liebeserklärung an seine Heimatstadt zusammen.

66 Jahre war Josef Federer mit seiner Resi verheiratet, die er in der Mühldorfer Nikolauskirche zum Altar führte. Ihr Tod war ein schwerer Schicksalsschlag. Seine Frau und er haben viele dieser Schläge meistern müssen. Die beiden standen aber 66 Jahre zusammen und haben ihr Leben bewältigt.

Federers zweite Nachfolgerin im Amt würdigte in einer ersten Stellungnahme Federers Nähe zu den Mühldorfern. "Er war ein Bürgermeister, den die Menschen geliebt haben." Er habe seine Zeit genutzt, um Mühldorf voranzubringen. Zollner hob die Gestaltung des Viertels rund um die Nikolauskirche hervor. Auch sie persönlich habe ihm viel zu verdanken: "Er hat mir Kraft und Mut gegeben, dass ich das Amt übernehmen soll." Josef Federer hat sich um Mühldorf herausragende und bleibende Verdienste erworben. Seine Heimatstadt und die Menschen von Mühldorf haben ihm viel zu verdanken' und ohne ihn wäre die Entwicklung der Kreisstadt nicht diesen erfolgreichen Weg gegangen. Er hat vor kurzem diese Lebensleistung in seiner ihm eigenen Bescheidenheit mit wenigen Worten zusammengefasst: "I bin voll zufrieden und dem Herrgott sehr dankbar, dass mei Leben so verlaufa is."

Am Samstag hat das Herz Josef Federers aufgehört zu schlagen. Ein großer Mühldorfer ist heimgegangen.

hon/sb